Über uns 
  Kontakt  
  Aktuell 
  Ökumene 
  Links 

Leitbild des Bildungswerks der Erzdiözese Freiburg (Juni 1995)

Vorbemerkung

Das Leitbild des Bildungswerks ist unsere Antwort auf Fragen, die sich durch den Wandel in der Gesellschaft, in der Kirche und innerhalb unserer Einrichtung stellen. Die darin enthaltenen Grundsätze bestimmen unsere Beziehungen zu unserem Auftraggeber ,,Kirche", zu unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Interessentinnen und Interessenten sowie unser Verhalten gegenüber unseren Mitbewerbern und zur Öffentlichkeit. Sie sind außerdem die Grundlage für unseren Umgang untereinander und dafür, wie wir unsern Aufgaben innerhalb des Bildungswerks wahrnehmen.

Das Leitbild ist die verbindliche Grundlage für die Erfüllung unserer Aufgaben und eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen unserer Arbeit.

 

Voraussetzungen, Auftrag und Ziele

Die Veränderungen in der Kirche und im gesellschaftlichen Leben beeinflussen in vielfacher Weise die Arbeit des Bildungswerks. Sie vollzieht sich im Spannungsfeld von kirchlichen Vorgaben einerseits und gesellschaftlich-öffentlicher sowie individuell-persönlicher Akzeptanz andererseits. Auf dieser Grundlage entwickeln wir als Bildungswerk unser Profil und bestimmen wir als katholische Bildungsinstitution der allgemeinen Weiterbildung unsere vorrangigen Aufgabenfelder:

 

  • Eröffnung von Zugängen zum christlichen Glauben
  • Vermittlung von Antworten auf Fragen nach dem Sinn des Lebens
  • Vermittlung von Wissen und Orientierung
  • Befähigung und Hinführung zu aktiver Teilnahme am gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben
  • Entwicklung von Perspektiven für die Bewältigung persönli-cher Lebenssituationen in den Bereichen Ehe, Familie, Beruf, Alter u.s.w.
  • Förderung von Kreativität und Erlebnisfähigkeit
  • Ermöglichung sinnvoller Freizeitbewältigung durch kulturelle Angebote
  • Spezifische Angebote für soziale Randgruppen
  • Angebote zum Erwerb von Schulabschlüssen durch Einrichtungen des Zweiten Bildungswegs

 

Diesen Aufgabenfeldern entspricht ein einheitliches Erscheinungsbild, das vor allem der Identifikation nach innen und nach außen dient. Seine dynamische Wirkung erfordert von uns eine situationsbezogene Beschreibung unserer Aufgabenfelder sowie eine ständige konzeptionelle Weiterentwicklung unserer Angebote. Die Bearbeitung der einzelnen Aufgabenfelder geschieht durch folgende Arbeitsstrukturen:

  • Wir nehmen selbständig und in persönlicher Verantwortung den übernommenen Bildungsauftrag wahr
  • Wir erfüllen zentral konzipierte und koordinierte Aufgaben
  • Wir arbeiten mit verschiedensten Partnern zusammen
  • Wir beteiligen uns an Projekten, die für uns alle wichtig sind.

 

Das Ziel unserer Bemühungen ist es, christliche Wertvorstellungen und christliches Wissen über die menschliche Existenz in die persönliche und gesellschaftliche Meinungsbildung und Entscheidungsfindung einzubringen. In einem offenen Dialog wollen wir uns selbst und unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer befähigen, an diesem Prozeß teilzuhaben. Darin sehen wir auch den unverzichtbaren Beitrag einer kirchlichen Einrichtung für den gesellschaftlichen Dialog über die Gestaltung der persönlichen und gesellschaftlichen Lebensverhältnisse.

 

Kommunikation und Verhalten

Wir wollen unseren Auftrag glaubwürdig darstellen und mit den Wünschen und Erwartungen unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Beziehung setzen.

Wir stehen zu einer partnerschaftlichen Gesinnung und zu einem ausgeprägten Willen zu gegenseitigem Vertrauen, aber auch zum kontrovers geführten Diskurs. Dazu gehört die Bereitschaft, sich infrage stellen zu lassen, und ein hohes Maß an Offenheit und Lernbereitschaft. Unser Kommunikationsverhalten basiert auf einer sachlichen Wahrnehmung und Einschätzung unserer Arbeit und ist konstruktiv auf Erfordernisse in der Zukunft ausgerichtet. Die Einhaltung von Absprachen und Regeln ist für uns selbstverständlich. Sie ermöglicht einen reibungsarmen und effizienten Ablauf unserer Zusammenarbeit.

Als staatlich geförderter Träger von Erwachsenenbildung sind wir loyale Partner anderer Einrichtungen, die einen offenen Dialog als wichtiges Element demokratischer Kultur schätzen. Dies gilt vor allem für die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung.

 

Eine Philosophie für unser Bildungswerk

Wir setzen uns in Sachfragen offen auseinander, tragen Ergebnisse loyal mit und stehen zu gemeinsam gefundenen Zielen.

Aus unserem kirchlichen Bildungsauftrag ergibt sich unsere spezifische Kompetenz für die Bearbeitung zentraler Grundfragen menschlicher Existenz. In einer Zeit höchster weltanschaulicher Pluralität, die sich durch viele neue religiöse Weltanschauungen zeigt, ist es unsere Aufgabe, Orientierung zu ermöglichen. Dazu dient unser breitgefächertes Angebot von Veranstaltungen, in denen die Erfahrungen der Menschen aus den verschiedensten Lebensbereichen zur Sprache kommen und gedeutet werden. Das Bildungswerk bekennt sich deshalb auch zu einem umfassenden Bildungsbegriff, der eine Bearbeitung von allen wichtigen Problemen, Fragen und Interessen ermöglicht. Die spezifische Kompetenz, mit der die Themen bearbeitet werden, ergibt sich aus unserem christlichen Lebenswissen. Durch diese Arbeit wollen wir einen Beitrag leisten, daß in unserer pluralen Gesellschaft christliche Überzeugungen für die Gestaltung des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens wach bleiben.

 

Freiburg, den 22. Juni 1995.

Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg